Ach... Mensch... Wisst ihr, manchmal ist es schade, dass ich so gut erzogen wurde. Gerade steige ich in die Bahn nach Hause, als im Vierer vor mir ein Mann aussteigt. Ein anderer Mann schräg gegenüber ruft ihm freundlich zu: "Eeeeyy!!!". Schnell schaue ich auf den Sitz des Mannes, der soeben die Bahn verlassen hat und sehe einen 20€ Schein. Ich schnappe mir den Schein und rufe aus der Bahn dem Mann zu, dass er etwas verloren hat. Der Mann hört aber nicht. Schnell stecke ich den Arm in die sich schließende Tür und rufe nochmal. Nix. Der Geldschein in meiner Hand kam nicht zu seinem Besitzer zurück. Die Tür schließt sich endgültig und die Bahn fährt los. Kurz ärgere ich mich, dass ich nicht ausgestiegen bin und die nächste Bahn 10 Minuten später genommen habe. Hauptsache der Mann hätte sein Geld bekommen. Ich bin aber in der Bahn geblieben. Gut. Dann wenigstens das Geld beim Fahrer abgeben, denke ich mir. Aber: Der Mann, der so fürsorglich "Eeeeeyyy!" schrie, anstatt selbst dem Mann zu folgen, steht auf einmal hinter mir und hält mir seine geöffnete Hand hin. "Danke! Hab ich gefunden! Dat is dir wohl klar, Liebchen!" Ich entgegne nur: "Sie haben den Schein entdeckt. Stimmt. Aber er gehört Ihnen genau so wenig wie mir." und gehe weiter zur Fahrerkabine. Der Typ folgt mir und fällt wieder in seine äußerst nette "Eeeeyyy-Schiene": "Jetzt hör mal zu. Gefunden ist gefunden. Das ist meins, verstehste?! Also her damit!!!" Da der gute Mann anscheinend nur seinen eigenen Ton versteht, antworte ich in meiner charmantesten Art: "Nix da! Das gehört dir nicht, verstanden? Ich gebe das Geld jetzt beim Fahrer ab! Deinen heutigen Alkoholvorrat musst du dir anders finanzieren. Verstanden??" und kurz bereue ich den Satz, denn die Bierflasche in seiner Hand kommt meiner Nase auf einmal gefährlich nah... Kurz gucke ich in die Runde und hoffe auf Hilfe anderer Fahrgäste. Aber nix da. Mich würde es nicht wundern, wenn von der Aktion demnächst ein Video auf YouTube erscheint. Ich sehe nämlich nur in ihr Handy vertiefte Menschen. Aaaarrrgh!!! Ich überlege kurz aufzugeben und dem Typen einfach das Geld zu geben, aber nein!! Er hat das Geld nicht verdient. Ein höfliches "Eeeeyyy!!" verdient einfach keine Belohnung. Zum Glück geht die Fahrertür auf und der Fahrer guckt nach, was da in seiner Bahn los ist. Gott sei Dank!!!! Ich schildere ihm kurz die Situation und befürchte schon, er sagt ich solle dem äußerst netten Gesellen das Scheinchen geben, damit Ruhe ist. Aber nö! Ich habe einen tollen Fahrer erwischt, der Mr. Höflichkeit himself die Leviten liest. Und zwar in seiner Muttersprache. Etwas anderes hätte der Typ ja eh nicht verstanden... "Jung, jetzt halt den Ball flach!!! Hinsetzen, Schnauze halten und lass mir die Frau in Ruhe! Das Geld nehme ich!". Daraufhin gab Mr. Charming allerdings nur weitere Nettigkeiten zum Besten. So gab er mir den Spitznamen "Olle Funz!" (für die Nicht-Kölner: Funz = Fot*e. Ihr versteht...) und dem Bahnfahrer den netten Namen "Wich**r". Unter anderem. Ich muss dazu sagen, dass die Bahn während unserer netten Liaison natürlich nicht weiterfahren konnte. Wir standen also mehrere Minuten an der Haltestelle und stauten den kompletten Verkehr hinter uns. Und zwar so lange bis die KVB-Sicherheit ankam und Mr. Charming in Empfang nahm. Nachdem der Mann entfernt war, ging der Fahrer auf mich zu und hielt mir den Schein entgegen: "Hier Mädchen. Den hast du dir verdient!". Als ich aber weiterhin dankend ablehnte mit dem Hinweis auf das bevorstehende Karma, lächelte der Fahrer nur, ging in seine Kabine und fuhr mich "nach Hause". Glaubt mir, sowas brauche ich auch nicht nochmal... Aber ich fühle mich gut! Und wer weiß, vielleicht meldet sich der "Verlierer" ja bei der KVB und bekommt sein Geld. Wünschen würde ich es mir.
Wirre Gedanken in Worte zu fassen ist nicht leicht - aber man kann es ja mal versuchen...
Freitag, 2. Juni 2017
Freitag, 3. März 2017
Willkommen zurück, liebe Pappnase!
Aschermittwoch ist nun schon 2 Tage vorbei. Und irgendwie fehlt mir was! Das letzte lange Wochenende war vollgepackt mit Karneval! Ich hatte mir zwar vorgenommen dieses Jahr wieder etwas zu feiern, aber dass es so "eskaliert" war definitiv nicht geplant! Donnerstag ging es los mit Karneval auf der Arbeit. Meine Güte, was habe ich mich auf das Verkleiden gefreut! Da ich in einer Bank arbeite, entschied ich mich für das "kleine Schwarze" mit weißem Tüllrock drunter, meinem pinken Hütchen und natürlich rote Nase! Bankgemäße Verkleidung, wie ich finde :) Arbeiten musste ich trotzdem und danach ging ich auf die betriebsinterne Feier um später dann weiterzuziehen. Erster Tag: Abgehakt!
Freitags nach der Arbeit wollte ich eigentlich Zuhause bleiben. Aber es kribbelte in den Füßen. Spontan schmiss ich mich wieder ins Kostüm, bin nach Köln und verabredete mich spontan mit Freunden. Es ging auf eine wunderschöne Party der KJG in Ehrenfeld, auf die wir 2 Stunden in der Kälte warteten, um rein zu kommen. Es war eine so tolle Party! Nicht ohne Grund, war ich erst um 5 Uhr morgens im Bett. Sonntag ging es weiter.
Eigentlich wollte ich erst abends los. Mittags klingelte aber mein Handy. "Stina! Wir haben noch eine Karte! Zieh dich um und komm sofort zum Tanzbrunnen!". Und ich dachte mir, okay! Umziehen und schminken in 10 Minuten! Gekonnt ist gekonnt! Ich war also mega spontan auf einer Party im Tanzbrunnen mit diversen Bands. Höhner. Paveier. Klüngelköpp. Cat Ballou. Ich hatte bisher nichts von der Tärää-Party gehört und war echt überrascht vom Programm dort! Für 11€!!!! 6 Stunden Programm. Wieder mega spät lag ich im Bett, um am Montag wieder früh raus zu müssen. Rosenmontag in Köln!!!! Ein letztes Mal verkleiden und schminken. Bis um 19 Uhr stand ich in der Kälte. Total müde. Mit Kater. Es war einfach grandios!
Was ist also das Fazit dieser Session? Welcome back, Pappnasentrine!!! Sie lebt also doch noch. Und wisst ihr was? Ich freue mich total! Ich hatte so tolle Tage. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so oft und so lange unterwegs war... Ich glaube noch nie! Karneval ist toll. Punkt. Vor allem, wenn man mit richtig tollen Menschen zusammen feiert. Ihr Lieben: Danke, dass ihr mich mitgezogen habt :-* Das war das, was ich gebraucht habe.
Dienstag, 14. Februar 2017
Valentinstag!!??
Es ist der 14. Februar. Und was "feiern" wir an diesem Datum? Es ist nicht nur der Tag vor dem Hochzeitstag meiner Eltern. Nein. Es ist Valentinstag. Der erste Valentinstag seit 2 Jahren, den ich als Single begehe. Jetzt könnte man meinen, ich verkrieche mich heulend aufs Sofa und verfalle in totale Melancholie. Oder ich nehme mir vor, die berühmten glücklichen Pärchen im Park zu vergiften. Aber nein. Mir ist heute morgen eine ganz wichtige Person eingefallen, an die ich heute denken möchte. Eine Person, die ich sehr sehr gut kenne, aber massiv vernachlässigt habe die letzten 2 1/2 Jahre. Die vielleicht wichtigste Person in meinem Leben. Ich habe sie außer Acht gelassen und ignoriert. Ohne zu merken, wie sehr sie mir fehlt! Einfach weitergelebt ohne Zweifel daran, dass ich mit ihr besser dran bin und sie mir einfach nur gut tut. Die Person, die mir Mut gemacht hat, auch in den schwierigsten Zeiten. Die mir neben vielen anderen geholfen hat, aus einem sehr tiefen Loch zu kommen. Eine Person, der ich es verdanke, nun 40kg weniger zu wiegen, weil sie mir gezeigt hat, wie ich durchhalte und es heute wieder tut. Die mir bewusst gemacht hat, dass ich toll bin. Das ich hübsch bin und mir Selbstvertrauen gegeben hat.Und zu guter Letzt auch und vor allem die Person, die mir gezeigt hat, dass ich mich nicht verstellen muss, um Anderen zu gefallen. Ich meine die Person, die genau so aussieht, wie ich, aber immer irgendwie positiver denkt als ich es tu. Ich meine mein wahres Ich. Meine Persönlichkeit und mein Spiegelbild. Irgendwann kam der Zeitpunkt, in der sie mir zeigte, dass ich nicht mehr ich selbst bin. Und dafür bin ich ihr mehr als dankbar! Liebes "Ich", Danke, dass ich wieder zu dir finden durfte und damit zu mir selbst. Du bist mir wichtig! Ich möchte, dass du das weißt.
Auch wenn es egoistisch klingen mag, jeder sollte sich lieben. Ich kann von mir behaupten, dass ich es (endlich wieder) tue.
Ihr wunderbaren Leute da draußen, habt einen schönen Valentinstag :)
Donnerstag, 15. Dezember 2016
Ich habe ein Problem...
Liebe Menschen. Ich habe wirklich ein Problem. Wenn ich shoppen gehe, fällt es mir ziemlich leicht. Ich habe genau eine Abteilung, in der ich etwas finde. Begrenzt auf wenige Regale - die Übergrößen. Dort sind mal mehr und mal weniger hübsche, aber immer funktionelle Kleidungsstücke. Und mittlerweile sind die Teile größtenteils wirklich modisch! Vorbei ist der "Sackzwang" ab Größe 48. Eben wollte ich auch schnell mal kurz nach einer Hose gucken. Ich also ab in die altbekannte Abteilung und zu den Hosen. Und was soll ich sagen? Ich hab nix gefunden! Und warum? Es war mir dort alles zu groß! Ich bin fast verzweifelt!
Das kannte ich bisher nicht. Es waren wie fast immer drei schöne Jeans zur Auswahl. Normalerweise wird dann nach der passenden Größe geguckt und gut. Jetzt holte ich mir meine eigentlich immer passende Größe raus. Sie sah ziemlich groß aus. Aber gut. Dann wurde heute mal anprobiert. Ich schlüpfte in die Hose und merke schnell: Nä! Das wird nix. Die ist viel zu weit. Freudig erregt hing ich die Hose zurück und suchte nach einer kleineren Größe. Und fand nix! Etliche Nummern größer war kein Problem. Aber aus einer Hose Zwei nähen wollte ich nicht. Ich zur Textilfachverkäuferin um zu fragen, ob es die Hose auch noch kleiner gibt. Sie guckte sich die Buchse an und was sie dann sagte, war unfassbar! Sie sagte: "Tut mir Leid. Hier bei den Übergrößen nicht. Gucken sie mal unten in der Damenabteilung." Ich musste grinsen. Nicht weil ich mich freute, sondern weil ich sie nicht ernst nahm. Trotzdem guckte ich mal. Ab zu den Jeans. Eine Schöne war schnell gefunden. Dann der spannende Teil - die Größe. Und was soll ich sagen? Ich fand sie! Die Größe kleiner. Jetzt wollte ich es wissen und ging in die Umkleide. Spannung. Ich schlüpfte rein. Ich machte die Hose zu. Sie passte! Ich guckte mich drei Mal im Spiegel an. Ein Tränchen... Das letzte mal habe ich in der Damenabteilung eine Hose eingekauft, als ich 12 war. Und das nur, weil alles in der Kinderabteilung zu klein war. Ich habe noch nie so gerne eine Hose zur Kasse getragen. Es ist zwar die größte Größe der Damenabteilung, aber es ist nicht die Kleinste aus den Übergrößen. Und wisst ihr was? Das fühlt sich echt gut an. Aber auch total fremd und komisch. Das ist mein Problem. Ich muss mein Einkaufsverhalten umstellen. Ich find nix mehr bei den Übergrößen. Aber es gibt größere und schlimmere Probleme, oder? ;)
Dienstag, 12. Juli 2016
Ein Schwein ruft mich an. Doch keine Sau interessiert sich für mich!
Typ 4: Der Pinkler
Der Typ tut genau das, was der Name verrät. Ich weiß beim besten Willen nicht, was die Menschen dazu antreibt, während eines Telefonats ihr Geschäft zu verrichten. Ich meine, gut, während der Warteschleife hat man genug Zeit noch schnell auf´s Örtchen zu springen, aber warum um alles in der Welt nimmt man dann sein Telefon mit? Wenn man wirklich muss und es gar nicht anders geht: Lautsprecher an, schnell Pipi machen und ab ans Telefon zurück. Ansonsten vielleicht einfach die 15 Minuten einhalten. Eine wirklich wahre Geschichte: Ich klickte auf "Bereit" um ein neues Gespräch anzunehmen. Der Call kam auch sehr schnell rein, also war viel los in der Warteschleife. Noch vor der Begrüßung, hörte ich ein Plätschern. Ich nannte meine Grußformel und der Anrufer hielt ein. Während des Telefonats, hörte ich es immer wieder Plätschern, wenn ich redete. Er befand sich also immer noch im gekachelten Bereich seiner Wohnung. Anscheinend dachte der Kunde, ich würde das nicht mitbekommen. Nach der Verabschiedung legte ich nicht auf, denn der Kunde beendet das Gespräch und sollte demzufolge auch als erster auflegen. Tat er aber nicht. Ich hörte, wie er die Spülung betätigte und der Anrufer stöhnte, das sei das längste Pinkeln seines Lebens gewesen -wahrscheinlich auch das Einzige mit einer unfreiwilligen Zuhörerin. Absolut peinlich!
Apropos Stöhnen. kommen wir zum Highlight der Kundentypen.
Typ 5: Der Wi***er
Der Name ist hart, aber er ist Programm. Ich nenne ihn auch fast liebevoll "den Palmwedler". Dieser Typ ist selten, aber nicht so selten wie man glaubt. Nochmal eine absolut wahre Geschichte: Ich arbeitete noch bei einem großen Telefonanbieter, als mich ein Kunde anrief, der wissen wollte, ob es an seinem neuen Wohnort DSL 16000 gibt. Also fragte ich nach der Anschrift und gab sie in mein Prüfsystem ein. Während der Prüfung hörte ich ein Stöhnen. Oooookay... Wer weiß, was der Kunde da gerade tat. Dass meine Vermutung harte Tatsache war, wurde mir klar, als ich auf einmal ein Stöhnen hörte "Ohja du geile Sau!". Man muss dazu sagen, dass ich im 2. Lehrjahr war und gerade einmal 17 Jahre alt. Heute würde der Anrufer von mir die passende Ansage bekommen, aber damals machte ich einfach meinen Job weiter - mit einem bedrückenden Gefühl in der Magengegend. Zum Glück legte der Kunde auf, als er "fertig" war - und ich war es auch. Meine Stimme wurde unfreiwillig als Wichsvorlage genutzt! Was um alles in der Welt fällt diesen perversen Menschen ein? Ja gut, die Hotline ist kostenlos und genügend Frauen gibt es dort auch. Aber muss das wirklich sein? Wenn diese Typen wirklich das Bedürfnis haben, sich einen am Telefon runterzuholen, dann sollen die doch bitte auch eine dieser "RUF-MICH-AN-Nummer" wählen und keine unschuldigen Mädels da mit reinziehen, die evtl. mit der Situation heillos überfordert sind. Würde man 5€/Minute für solche Gespräche nehmen, es würde sich wirklich lohnen. Diese Anrufer zeigen nicht nur das nicht vorhandene Quäntchen Respekt vor meiner Berufsgruppe, sondern diskriminieren auch noch Frauen. Ärmer geht es kaum noch. Da sind mir Heiratsanträge oder Urlaubeinladungen von Kunden deutlich lieber. Die kann man noch mit Humor nehmen und die Kunden sind meistens echt nett.
Wenn ihr also das nächste mal bei einer Hotline anruft, begegnet den Menschen bitte genauso, wie ihr allen anderen Menschen auch begegnet - mit Respekt. Nur weil wir euch nicht sehen, heißt es nicht, dass ihr euch benehmen könnt wie absolute Vollhonks! Die meisten Gespräche sind echt super. Liebe Opis, die einem einen Schwank aus ihrer Jugend erzählen und nachher eine Kaffeeeinladung aussprechen, oder nette Kunden mit denen man einfach lachen kann, sind klasse. Leider werden diese Gespräche aber immer weniger und viele entpuppen sich einfach nur als Eskalationsgespräch. Schade eigentlich :)
Donnerstag, 10. März 2016
Ich ess Blumen vs. Ich ess Fleisch
Oh man. Mir geht da etwas verdammt auf die Nerven. Ich muss das jetzt einfach mal in einem Post verfassen und meine Gedanken loswerden. Jeder Mensch hat seine Vorlieben, Macken und Eigenheiten. Jeder Mensch lebt wie er es will. Aber trotzdem hat man doch andauernd Menschen um sich, die einen von ihrer Lebensweise überzeugen wollen. Nehmen wir ein ganz bekanntes Beispiel: Die Zeugen Jehovas. In den Innenstädten stehen sie mit ihren Rollwägelchen und möchten sich mit einem unterhalten. Wortwörtlich über Gott und die Welt. Für sie ist ihr Glauben so wichtig, dass sie meinen jeder sollte Mitglied im Club Jehovas werden. Das machen sie nicht ganz uneigennützig, denn (wenn ich es so ausdrücken darf) sammeln sie neue Mitglieder wie Paybackpunkte und wenn er am Ende seines Lebens genug Punkte gesammelt hat, dann läd Gott seine Seele nach der Apokalypse in den VIP-Bereich ein. Klar! Wäre ich einer von denen und hätte ich auch die Gehirnwäsche über mich ergehen lassen, würde ich auch alles daran setzen Businessclass anstatt Holzklasse zu fahren. Habe ich aber nicht. Ich bin katholisch und das ist für mich mehr als ok. Das teile ich auch den Zeugen mit, die mich bekehren möchten. Dann bekomme ich lächelnd Flyer in die Hand gedrückt, einen schönen Tag gewünscht und die Sache ist gegessen. Die Zeugen Jehovas sind deshalb ganz nette Gesellen. Wir teilen nicht dieselbe Meinung, aber das ist für beide Seiten meistens ok.
Jetzt gibt es aber Unterhaltungen mit anderen Menschen, die ich unfassbar gerne gegen 10 weitere Gespräche mit einem Zeugen eintauschen würde: Gespräche mit einem Veganer oder Vegetarier. Hat man sich auf ein Gespräch mit ihnen eingelassen, ist es auch schon zu spät. Man kann nur verlieren. Egal was man für Argumente bringt, sie werden mit drei Anderen zunichte gemacht. Diese Argumente kann man dann sehen wie man will. Mag sein, dass manches stimmt, aber irgendwann muss auch gut sein. Beispiel? Gut. Der Pflanzenfresser sagt, dass die fleischlose Ernährung viel gesünder ist.
Der Fleischfresser hält dagegen und sagt, der Mensch ist ein Allesfresser und er benötigt auch tierische Elemente um gesund leben zu können. Den Veganern und Co würden viele wichtige Vitamine und Nährstoffe fehlen.
Darauf der Pflanzenfresser: "Das einzige was uns "fehlt", sind die Hormone und das Antibiotika aus dem Fleisch und darauf kann man sehr gut verzichten! Ganz zu schweigen von den vielen schlechten Fetten die ein Fleischfresser zu sich nimmt. Cholesterin und so weiter. Zudem hat ein Pflanzenfresser ein reines Gewissen, denn für sein Essen musste kein Tier sterben".
Und schon ist man von der gesundheitlichen Schiene in die ethische Ecke gerutscht und bekommt einen Vortrag über die unsachgemäße Tierhaltung, Quälerei und Abschlachtung. Das geht immer so weiter, bis man sich dann überlegt, doch mal einen Gemüsebratling zu probieren. Der Vegetarier oder Veganer hat gewonnen. Das heißt nicht, dass man dann gleich Vegetarier oder gar Veganer ist, aber man lässt sich früher oder später drauf ein. Ob man sich dann für ein Leben ohne Fleisch und Käse entscheidet, ist dann eine ganz andere Sache. Dafür ist jeder selbst verantwortlich. Ob er sich eine Ledertasche kauft, ein Mettbrötchen schmiert oder einen Latte Macchiato trinkt - oder eben einen Soja-Latte. Aber es ist eben eine ganz eigene Entscheidung, die ich selbst treffen möchte.
Jetzt habe ich gerade geschrieben, dass man verliert, wenn man sich auf ein Gespräch mit einem Veganer einlässt. Deswegen spreche ich auch nur äußerst selten mit ihnen über dieses Thema. Wer jetzt aber denkt, man sei so vor den Predigten der Fleischlosen sicher, hat sich geirrt. Ohja! Denn der Mensch ist ja nicht dumm. Auch Veganer und Vegetarier nutzen Facebook. Und wie sie es nutzen! Täglich mehrere Postings von Peta und Co werden geteilt. Es werden Videos und Filme verbreitet, die einen bekehren wollen. Egal ob man es sehen will, oder nicht - man bekommt immer wieder neues Futter für die radikale Denkweise eines jeden fleischlosen Köpfchens präsentiert. Das gleicht schon einer Belästigung, mit der keine Spammail-Attacke mehr mitkommt. Ich habe die Nase voll. Es reicht!!!
Ich hasse Radikalisierung in allen Fassetten absolut. Sei es die Hetze gegen Flüchtlinge, der Hass auf die Regierung und daraus entstandene "Alternativen", Islamisten oder eben Hardcore Veganer und Vegetarier. Und ja, ich habe extra alle in einem gemeinsamen Satz aufgeführt! Es geht mir verdammt gegen den Strich andauernd "überredet" werden zu wollen, keine Tiere für meine Tellerfüllung sterben zu lassen. Es ist meine Entscheidung!!!! Nochmal! Ich suche mir aus, an wen oder was ich glaube, was ich anziehe, wen ich wähle, was ich singe und sage, was ich in meiner Freizeit mache und eben was ich esse.
Liebe Veganer/Vegetarier,
lebt wie ihr es wollt! Ich tu es ebenso. Aber ich reibe es nicht jedem unter die Nase und versuche jeden von meiner Lebensweise zu überreden. Ich bin der festen Überzeugung, dass der Mensch Fleisch und Milcherzeugnisse zu einem gesunden Leben braucht. Ihr halt nicht. Okay! Lasst es dabei und gut ist. Vielen herzlichen Dank.
Dienstag, 10. November 2015
Mein Fernweh und das kleine große Glück
Jeder hat es. Jeder genießt es ab und an. Und bei jedem weckt es das Fernweh und tolle Erinnerungen - das eine Getränk oder die eine Speise, die einen an Urlaub erinnert. Bei manchen ist es vielleicht das scharfe Couscous aus Tunesien. Bei anderen das Köttbullar aus Schweden oder die Pommes aus Belgien. Bei mir ist es der Peppermint Mocha aus England. Dieses wunderbare Heißgetränk aus Schokolade und Espresso, dass zugleich ein kühles Gefühl durch die Minze mitbringt. Kein anderes Getränk schafft es, mir sofort das wohlige Gefühl von Urlaub zu verschaffen. Ich leide dauernd an Fernweh nach England. Eigentlich permanent. Und dass ich am Flughafen arbeite, macht mir das Ganze nicht wirklich leichter. Jedes startende Flugzeug, erinnert mich an London und meine vielen Reisen dorthin. Aber nur am Flughafen kann ich sicher sein, dass der Starbucks das doch in Deutschland eher rare Peppermint Flavour da hat. Und so habe ich heute ganze 5€ in einen Becher Glück investiert und mir einen Mocha grande gegönnt. Natürlich mit Pfefferminzaroma :) Die Barista im Starbucks fragte direkt, ob ich häufiger in England unterwegs bin. Denn, dass Deutsche etwas mit Pepperminshot bestellen, hat doch großen Seltenheitswert. Und schon kamen wir ins Gespräch. Über Land und Leute in England. Über die Lebensweise und die Sprache. Wie sich herausstellte, ist sie ein ebenso großer Englandfan wie ich. Solche Momente sind Gold wert! Man erschafft sich mit Wenig, einen großartigen Moment, der sofort gute Laune macht. Eigentlich war ich total fertig von der Arbeit und echt gestresst. Doch dieser Becher Glück und dieses Gespräch, hat meine Laune sofort gebessert. Am Bahnhof erst, sah ich den Smiley von ihr auf meinem Becher. Mein Grinsen wurde noch größer. Das waren die am besten investierten 5€ der letzten Monate.
Wenn ihr auch gerade Fernweh habt, oder schlechte Laune, dann bringt euch das Gefühl aus dem Urlaub zurück und kocht euch das Couscous. Holt euch die Pommes. Oder ab zu Ikea und Köttbullar essen! Oder guckt euch einfach Urlaubsbilder an. Ich sage es immer wieder: Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einem großes Glück bringen.
Und jetzt fahre ich zufrieden nach Hause und plane den Flug nach London. Ich habe da nämlich noch ein Geburtstagsgeschenk zur Einlösung offen :)