Samstag, 20. April 2013

Ein normal wahnsinniges Fernsehwochenende - Castingshows

Eigentlich wollte ich zu diesem Thema nichts schreiben. Es ist zu abgedroschen. Mittlerweile gibt es zu viele Diskussionen darüber. Aber ich sitze gerade vorm TV und schäme mich fremd! Es geht um (wer hätte es gedacht) Castingshows. Es ging ja gestern, am Freitag, schon los. The Voice Kids lief und The Voice ist ja eigentlich eine der wenigen niveauvollen Castingshows. Vielleicht sogar die niveauvollste. Und auch bei den Leistungen der Kleinen muss ich sagen dass da fast nichts bei ist, was mir nicht gefällt. Das einzige Problem sehe ich bei den oberehrgeizigen Eislaufmamis und den verwöhnten Blagen. Da steht ein Mädel vor der Kamera und meint, dass sie hofft mit der Show das nötige Geld verdienen zu können, um ihr Pferd (das sie sich auch von schon vorher verdienten Gagen gekauft hat!!!) decken zu lassen!!!??? Entschuldigung, was ist das denn für ein verwöhnter Schnösel? Zum Glück konnte sie ganz passabel singen - und ist damit weitergekommen. Tja, da ist der Deckhengst ja ein Stück weiter auf die Stute gerutscht... Dann Mütter die von ihren ach so begabten Kindern schwärmen. Die Kinder sind gut und scheinen auch Spaß auf der Bühne zu haben. Aber muss man denn bereits mit 9 Jahren auf der Bühne stehen? Ja okay, das habe ich auch. Aber bei mir war es die Bühne der Miniplayback Show bei der Sparkasse in Meschede oder an Rosenmontag und keine Bühne in Berlin vor der nicht nur tausende Menschen sitzen sondern auch TV Kameras stehen. Bereits bei DSDS Kids hat man doch schon gesehen wohin das führt. Kleine Kinder stehen aufgedonnert wie Lolitas auf der Bühne und perverse Menschen vor dem Bildschirm freuen sich. Ja stimmt, das möchte ich meinem Kind auch unbedingt antun! Und wo wir dann bei DSDS sind. Wie anfangs gesagt läuft die Sendung gerade und ich schaue sie mir an. Ich frage mich gerade wirklich warum! Die Menschen dort auf der Bühne jaulen sich von Lied zu Lied. Es ist wirklich ernst gemeint! Selbst die einzige gute Kandidatin hat sich eben stimmlich neben den vorgesehenen Tönen bewegt nachdem ihre Mitstreiter schon schlimm waren. Castingshows sind absolut nicht mehr gut. Bei den einen werden Kinder verheizt, bei den anderen werden semitalentierte junge Leute verarscht. Meiner Meinung nach ist die Zeit der Castingshows vorbei. Es gibt einfach keine Stars mehr! Jemanden wie Alexander Klaws (mittlerweile sehr erfolgreicher Musicaldarsteller) wird DSDS nicht mehr hervorbringen können. Selbst gute Leute wie Thomas Godoj, Mark Medlock oder Fady Malouf schwimmen irgendwo im Nirgendwo der Charts rum. Oder sie verkaufen wieder Handies wie Mike Leon Grosch (kennt man den noch?) der ebenfalls sehr gut war. Das wird auch der Grund sein, warum die Quoten der Sendungen sinken. Da hilft auch keine Jury bestehend aus ehemals erfolgreichen Teenieschwärmen wie Tokio Hotel mehr. Die Zeit der Castingshows ist vorbei. Absolut. Zumindest bei DSDS sehe ich das so. Sendungen wie Unser Star für... oder The Voice (die Kinderversion ausgenommen!) sind qualitativ sehr gut, werden aber auch keine Stars mehr hervorbringen können. Da hilft nur das was Vox mit X-Factor gemacht hat - Absetzen. Ich werde die Sendung jetzt zuende schauen. Das ist wie bei einem Unfall. Man kann einfach nicht wegsehen ;) Aber ob ich die folgenden Sendungen noch verfolge wage ich derzeit echt zu bezweifeln...

Freitag, 19. April 2013

Experiment: Good bye Buch - Hello E-Reader?

Es gibt Dinge, bei denen hat man sofort eine Meinung. Sei es durch Vorurteile oder durch Tatsachen. Zucker ist süß. Erdbeeren rot. RTL ist Müll. Und für mich stand schon immer fest: E-Reader sind scheiße. Als ich damals in der Tube in London das erste mal Werbung für den Kindle sah, dachte ich mir schon "Was ein Blödsinn". Dabei bin ich bis heute geblieben. Und ich war mir sicher, wenn ich so ein Teil mal teste, werde ich in meiner Meinung nur bestärkt. Ich habe so ein Dingen getestet und (soviel kann ich schon verraten) ich wurde nicht bestärkt.

Dass ich mich wirklich mit dem Thema beschäftigte, hatte nur den Grund, dass meine sehr bücherverrückte Tante sich so einen E-Reader besorgt hat. Ihre Vorteile an dem Teil waren klar: Klein, flach, viele Bücher auf wenig Platz, Bücher einfach online ausleihen, leichter zu transportieren als ein Buch aus Papier, im Dunkeln lesen, ... Die Reihe der Vorteile hört nicht auf. Und ja, eigentlich finde ich die Reader auch praktisch. Aber es gibt zwei Argumente die so stark wirken, dass sie alle Vorteile zu nichte machen. Das erste Argument: Ich liebe Bücher! Ich liebe es das gelesene Buch ins Regal zu stellen. Bücher sind wunderschöne
Dekostücke. Das Hinstellen der Bücher fällt mit einem E-Reader weg. Natürlich kann man sich auch den Reader ins Regal stellen, aber mal ehrlich... Das zweite Argument: Das fehlende Feeling beim lesen. Ein Buch zu lesen bedeutet für mich immer schweres Papier in der Hand zu halten. Genussvoll zu blättern. Das Papier zu fühlen und zu riechen. Das klingt jetzt bestimmt total schmalzig, aber das ist mein voller ernst! Zudem sieht man bei einem realen Buch wie weit man schon gelesen hat. Der Erfolg ist ersichtlich. Und je weniger Seiten am Ende noch in der rechten Hand übrig sind, desto größer der Erfolg. Jetzt hält man mit einem E-Reader nur ein Stück Plastik, Metall und Glas in der Hand. Das Blättern geschieht durch ein Tippen oder Wischen mit einem Finger. Also für mich sieht Buchromantik anders aus. Diese Tatsachen haben mich immer von E-Readern ferngehalten. Jetzt wurde mir aber ein anderes Argument genannt das für die Reader spricht und meine Gegenargumente wieder etwas neutralisieren. Und ja. Ich musste danach kleinbei geben. "Aber wie ist es denn mit Musik? Kaufst du noch CDs? Du lädst die doch bestimmt auch online und stellst sie dir nicht mehr ins Regal." Ähm... Ja. Ertappt. Stimmt! Ich war früher auch gegen das Downloaden von Musik und Filmen. Und jetzt kaufe ich nur noch ab und zu DVDs. CDs finden quasi gar keinen Weg mehr in meine Wohnung.

Oooookay. Also gut. Ich schaue mir diesen E-Reader mal an. Zuerst habe ich mir den Kindle auf mein Handy geladen. Mein Handy ist recht groß und somit hoffte ich auf ein fast reales Readervergnügen. Beim Kindle gibt es allerhand gratis Bücher. Sakrileg war auch kostenfrei! Hui. So ein großes und bekanntes Buch für 0€. Also habe ich es mir runtergeladen. Los gehts. Ich wischte elegant mit einem Finger durch die Seiten und las. Erster Eindruck? Hmmm... Naja. Nee. Gefällt mir nicht. Aber vielleicht lag es nur daran, dass ich keinen puren E-Reader genutzt hab sondern mein S3. Na gut. Also bin ich mit der Bahn in die Stadt gefahren. Im Weltbild wurde auch sofort mit dem Tolino geworben. Kaum habe ich mich dem Ausstellungsstück genähert, kam auch schon eine Verkäuferin an die mir unbedingt so ein Teil andrehen wollte. Ey ernsthaft. Ich hasse sowas schon in diversen Elektromärkten wenn ich mir nur mal die Kaffeemaschinen angucken will. Und bisher war es in Buchhandlungen immer so, dass die Verkäuferinnen nur an der Kasse standen und einen in Ruhe stöbern ließen. Super! Jetzt ist das Dank der tollen E-Reader auch vorbei. Oder es ist nur der Hype um die neuartigen Teile. Ich verstehe sowieso nicht warum die Buchhändler auf die Vermarktung von den Teilen so viel Wert legen. Wenn irgendwann jeder einen Reader besitzt, werden doch keine Buchhandlungen mehr besucht. Man kauft die Bücher online und die Buchhandlungen sterben aus. Okay. Das ist jetzt etwas übertrieben, das sehe ich ein. Und ich war ja in dem Buchladen um mir tatsächlich einen E-Reader anzusehen. Der erste Eindruck war wie erwartet. Sieht aus wie ein Tablet-PC. Jetzt ließ ich die Verkäuferin mal machen. Sie reihte einen Vorteil nach dem anderen an. Klein, praktisch, leichter als Bücher, platzsparend, und so weiter. Bücher werden günstiger. Man braucht ja immerhin nicht mehr den Druck zu bezahlen sondern nur das Werk an sich. Ja. Dafür muss ich mir aber erstmal ein teures Gerät kaufen. Und 19€ für ein echtes Buch anstatt 15€ für ein eBook finde ich jetzt nicht viel teurer. Als ich dann mit meiner Buchromantik um die Ecke kam, hielt sie dagegen. Die Buchseiten auf dem Tolino sehen doch genau so aus wie Papier. Genau. So glänzend und digital sehen meine Buchseiten Zuhause auch aus... Und man könnte sogar im Dunkeln lesen, dank der Hintergrundbeleuchtung. Entschuldigung, aber ich habe eine Nachttischlampe um im Bett zu lesen. Und die Zeiten in denen ich heimlich im Bett unter der Decke lesen musste sind eindeutig vorbei.

Ihr müsst mir jetzt wirklich glauben. Ich habe echt versucht ohne Vorurteile auf diesen Reader zuzugehen. Es hat aber echt nicht funktioniert. Schon als ich ihn sah, da dachte ich mir "Och nö". Ich bleibe eindeutig bei meinen Büchern. Voll altmodisch. Voll langweilig und analog. Ich wurde also in meiner Meinung gegen E-Reader nicht bestärkt aber voll und ganz bestätigt. Und wisst ihr was mir aufgefallen ist? Ich fahre jetzt ja seit Monaten nur noch Bahn und Zug. Und ich sehe kaum Leute mit Readern. Bücher sind aber zahlreich zu finden. Denken etwa noch mehr Menschen so wie ich? Ich bleibe bei meinen Büchern und höre beim Lesen meine digitale Musik vom PC ;)

Sonntag, 14. April 2013

Ein ♥ für Frösche!

Zu Beginn eine kleine Geschichte



Es war einmal eine kleine Froschdame namens Fiona. Sie war eine sehr herzliche Froschdame und freute sich daher umso mehr, dass sie bald Mama werden sollte. Wie ihre Mutter, ihre Oma und sogar ihre Uroma schon, machte sie sich auf den Weg zum Tümpel in dem Fiona von einer Kaulquappe zum Frosch wurde. Das war schließlich ein schöner ruhiger Ort und wenn bereits so viele Generationen ihrer Familie dort aufgewachsen sind, kann es nur das Beste sein wenn auch nun Fionas Kinder dort schlüpfen. Also hüpfte sie los. Der Weg war lang, denn der schöne Tümpel war ganze 2000 Meter von ihrem derzeitigen Wohnort entfernt. Jetzt mag man meinen, dass 2000 Meter nicht viel sind. Aber wenn man bedenkt wie klein so ein Frosch ist, kann man sich vorstellen wie weit der Weg für Fiona war. Aber Fiona ist wie ich bereits sagte, eine sehr herzliche Froschdame und auch genau so stark. Also hüpfte sie fröhlich los. Hüpfte über große Wiesen. Durch Flüsse. Durch Wälder. Der Weg war beschwerlich aber Fiona hatte ihr Ziel im Blick - der Tümpel. Nach stundenlangem Hüpfen beschloss sie erstmal eine Pause zu machen. Sie suchte sich eine kleine Felsspalte in der sie es sich gemütlich machen konnte. Doch was ist denn das? Da sitzt ja schon ein Frosch! "Hallo! Ich bin Florentine. Komm ruhig zu mir. Hier ist Platz genug.", sagte der Frosch zu Fiona. Und so kam es, dass Florentine und Fiona Freundinnen wurden. Auch Florentine war auf dem Weg zum Tümpel um dort ihre Eier zu legen. Also machten sich die beiden am nächsten Tag gemeinsam auf den Weg. Zusammen hüpft es sich leichter. Und so hüpften Florentine und Fiona über große Wiesen. Durch Flüsse. Durch Wälder.   


Nach zwei weiteren Tagen kamen beide zur großen Straße. Über diese Straße mussten sie rüber. Noch darüber, dann waren es nur noch wenige Hüpfer zum Tümpel. Also fassten sie sich ein Froschherz. Hüpfer um Hüpfer überquerten Fiona und Florentine die große Strasse bis sie etwas lautes hörten. Ein Brummen. Es wurde immer lauter. Das große Etwas hatte zwei Lichter und kam immer schneller auf die Frösche zu. Fiona hüpfte so schnell wie sie nur konnte. Florentine auch. Doch es reichte nicht. Das große Auto fuhr direkt über die Frösche. Aber was ein Glück! Die beiden waren direkt unter dem Auto und die großen Reifen verfehlten Fiona und Florentine. Beide atmeten durch. Puh! Das war knapp. Sie mussten schnell von der Strasse! Und so hüpften sie schnell weiter. Fiona war drei Hüpfer vor Florentine und so bekam sie nicht mit, dass bereits ein weiteres Auto viel zu schnell in die Richtung der Frösche fuhr. Plötzlich merkte es Fiona doch. Sie drehte sich um und rief zu Florentine, dass sie aufpassen soll und schnell weghüpfen. Aber das Auto machte einen Schlenker und zielte genau auf Florentine. 
Es war zu spät. Florentine wurde überfahren. 


Fiona war völlig geschockt und saß weinend am sicheren Straßenrand  Florentine hatte es nicht geschafft. Nach einer Weile besann sich Fiona wieder und hüpfte die letzten Hüpfer zum Tümpel. Dort brachte sie ihre Eier zur Welt. Aber in Gedanken war sie immer bei Florentine - ihrer besten Freundin, die einfach ohne Grund von einem achtlosen Autofahrer getötet wurde. - ENDE
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Es ist Frühling und wie jedes Jahr machen sich viele kleine grüne Hüpfer wie Fiona und Florentine auf zu ihrem Geburtsort um dort den Nachwuchs zu legen. Und wie jedes Jahr gibt es Idioten die auf Jagd gehen und mit ihren um einiges größeren Autos über die Fröschis fahren. Und wenn ich sowas sehe, zerbricht es mir das Herz! Diese kleinen Amphibien, die tagelang ihren Weg hüpfen um ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen. Immer nur im Sinn ihren Nachwuchs sicher zu wissen... Auch wenn es "nur" Frösche sind, die sich da nachts auf den Straßen tummeln, sollte man sie mit Respekt behandeln und wenn es geht (und das ist fast immer so!) die kleinen Tiere verschonen. Ich meine, wer würde denn schon absichtlich Kermit töten?? Fasst euch ein Herz und helft mit die Frösche zu retten! Und ja ich weiß, Schweine sind auch niedlich und werden getötet und so weiter. Ja. Stimmt! Aber trotzdem kann man doch klein anfangen, oder? :) 
Und wer weiß, vielleicht kann man so den einen oder anderen verwunschenen Prinz retten ;)





Samstag, 13. April 2013

Kleines Fräulein: "Der Alptraum aus Efteling"

Guten Morgen. Ich habe Kopfschmerzen, mein Nacken tut weh und ich habe beschissen geschlafen weil ich eine viel zu lebhafte Fantasie habe! Ich habe von einen Grusel-Sprookjesboom geträumt der nur Horrormärchen erzählt und abends die Kinder entführt. Ich habe währenddessen eine neue Jeans am Ticketschalter von Efteling umgetauscht. Mit Kassenbon von C&A. Die Kinder haben geschrien aber der Verkäufer meinte nach einem Blick auf die Uhr nur dass heute die 6-8 Jährigen dran wären. Auf Niederländisch und ich habe alles verstanden!!! Dann bin ich wach geworden. Was war denn das bitte??? Kann jemand Träume deuten? Ich brauche da mal etwas Klärung xD

Ich wünsche euch einen tollen Tag.

Donnerstag, 11. April 2013

Experiment: Marmite - Was ist das???

Wie einigen bekannt sein dürfte, liebe ich England. London ganz speziell. Und auch kulinarisch liege ich mit den Briten auf einer Wellenlänge. Vor Allem liebe ich Minze in allen Variationen. (Boah, ich habe schon die ganze Zeit Bock auf einen Peppermint Mocha von Starbucks!) Was mir allerdings noch etwas befremdlich ist, ist die Liebe zu Innereien. Nierchen und so weiter... Ne. Da klinke ich mich aus. Und auch noch nicht ganz klar war mir bisher die Liebe zu Marmite. Dieses komische Braune Zeugs, dass sich die Briten mit Genuss auf ihre Stulle schmieren. Ich konnte es nicht verstehen - weil ich es noch nie probiert hatte!!! Wie konnte das sein? Also sowas. Da habe ich gestern die Gunst der Stunde genutzt und bin in den English Shop in Köln und habe mir Dinge gekauft. Neben zwei Tütchen Minzkakao (damit ich meinen Peppermint Mocha basteln kann *_*) hat sich auch tatsächlich ein kleines Glas Marmite eingeschlichen. Nun bin ich ja ein äußerst Neugieriger Mensch und war die ganze Zeit kurz davor das Glas zu öffnen. Aber nein, ich konnte tatsächlich warten bis Zuhause :) Also holte mich mein Toast und setzte mich an den Tisch. Gaaaaanz vorsichtig öffnete ich das Glas. Ohne daran zu riechen, steckte ich das Messer in die äußerst weiche und braune Masse. Ich versuchte immer noch nicht daran zu riechen. Wer weiß ob ich dann noch reingebissen hätte :D Es lies sich sehr leicht verstreichen. Man kann es mit der Konsistenz von Rübenkraut vergleichen. Jetzt kam doch leicht der Geruch hoch. Ohje. Ich ahnte Schlimmes. Dann der erste Biss. Ich hab das ganze mal aufgenommen. Gesichtsausdrücke kann man ja schlecht aufschreiben :)


Das erste was ich schmeckte war Salz. Holla ist das salzig! Dann etwas fleischiges (wie kann das sein? Da steht vegetarisch drauf!) und im Nachgeschmack wurde es ganz leicht bitter. Man kann den Geschmack in etwa so wie ein mit ganz viel Maggi beträufeltes Brot beschreiben. Ja. Das trifft es in etwa. Marmite = dickes Maggi. Ich gebe zu, dass war zu Beginn echt sehr seltsam. Aber mit jedem weiteren Bissen wurde es besser und es schmeckte tatsächlich! Allerdings war ich nach einem Brot auch bedient und hatte genug. Vielleicht sollte ich es tatsächlich mal wie Maggi auf gekochtem Ei probieren. Also ich muss sagen, dass ich es mir viel schlimmer vorgestellt hatte. Zumal es mir als "sehr hefeartig" beschrieben wurde. Marmite ist ja auch ein Hefeextrakt, aber irgendwie habe ich Hefe geschmacklich anders in Erinnerung. Und jetzt glaube ich auch den Werbeslogan von Marmite: Entweder liebt man es oder man hasst es.

Fazit: Marmite kann man. Muss man aber nicht xD




Dienstag, 9. April 2013

Ich wollte nie erwachsen sein... - Aktion Kindheitserinnerung

... hab immer mich zur Wehr gesetzt. Von aussen wurde ich hart wie Stein und doch hat man mich oft verletzt. Irgendwo tief in mir bin ich ein Kind geblieben. Erst dann, wenn ich es nicht mehr spüren kann, weiß ich es ist für mich zu spät.
Jeder kennt diesen Text. Peter Maffay hat mit diesem Lied für Tabaluga ein wunderbares Stück für die Ewigkeit geschrieben. Und es hat doch so viel wahres. Ich wollte nie erwachsen sein. Dieser Satz stimmt nicht ganz. Wer wollte als (kleines) Kind nicht erwachsen sein? Das erste mal Wimperntusche - geklaut von Mama. Das erste mal Schuhe mit Absatz auf denen man kaum laufen konnte. Meine waren aus der Yvonne Catterfeld Collection von Deichmann. Schwarz/Weiß mit 4cm Pfennigabsatz. Das war etwas Besonderes! Was fühlte ich mich erwachsen! Hohe Schuhe, die so schön klapperten bei jedem Auftreten - wie bei den "Großen".
Heute ist es komplett anders. Ich kaufe mir im DM anstatt Ohrsteckern mit Strass, welche aus Plastik mit Schmetterlingen und Marienkäfern. Es ist als wollte ich ein Stück Kindheit zurückkaufen. Diese Leichtigkeit, die man als Kind oft hatte, zurückbekommen. Klar funktioniert das nicht!! Aber trotzdem fühlt man sich dann etwas leichter. Ich weiß nicht ob ihr das auch kennt. Bei mir tritt es immer dann auf, wenn es mir nicht gut geht. Aus familiären Gründen musste ich schnell erwachsen werden und mit 18 Zuhause ausziehen. Ob das geklappt hat ist fraglich, aber es wird mir immer bestätigt, dass ich wesentlich älter aussehe als ich tatsächlich bin. Ich bin 21 Jahre jung. Werde im Juni 22. Lasse ich mein Alter schätzen, wirke ich für die meisten oft 10 Jahre älter. Ist das gut? Will ich das? Nein! Ich will nicht älter wirken als ich bin. Vermutlich habe ich gerade deswegen oft diese "Kindheitsanfälle". Kaufe mir dann den lustigen Kinderbecher anstatt den Eiskaffee oder eben die Kinderohrstecker. Und man mag es gar nicht wahrhaben, diese Anfälle von "Ich will nicht erwachsen sein" kommen immer häufiger vor. Und ich finde es gut so! Manch Anderen würde es ebenfalls gut tun. Meine Güte, was habe ich damals schon die Leute in der Klasse gehasst, die immer so erwachsen getan haben. "Ich bin cool und rauche deshalb in der Pause verbotener Weise Mentholzigaretten. Die Lightvariante natürlich!". Wie lachhaft! Ich bin froh meine kindliche Seite nie verloren zu haben. Manchmal kommt das innere Kind häufiger hervor und manchmal hat es Stubenarrest. Und ich glaube damit lässt sich gut leben. Auch wenn ich manche Mitmenschen damit nerve - ich stehe dazu :) Schon als Teenie habe ich gesagt, dass ich zwischen Kind und Erwachsenem stehe. Jenachdem was gerade passt, suche ich mir das raus was ich möchte. Entweder die Puppe oder die Aktentasche. Und dabei bin ich geblieben. Ein gesundes Maß kindliche Naivität tut gut - und zwar jedem von uns.
Jetzt habe ich dann aus Nostalgienot meine alten Fotoalben durchgesehen. Kinderbilder aus vermeintlich glücklichen Tagen. Ja ich gebe zu, da habe ich das eine oder andere Tränchen verdrückt. Ein Foto gefiel mir irgendwie besonders gut. Ein Foto mit meiner Tante. Sie liegt auf dem Rücken und trägt mich auf ihren Beinen in der Luft.


Spontan kam mir die Idee: Das will ich nochmal machen! Nachstellen. Irgendwie. Klar ist, dass ich dank mangelnder Beinkraft meiner Tante und mittlerweile etwas größeren Proportionen (das habe ich jetzt nett ausgedrückt, oder? :D) garantiert nicht auf den Beinen meiner Tante getragen werden kann. Aber ihr kam schnell eine Idee. Man spielt einfach mit den Perspektiven. Das kennt man von Fotos auf denen lustige Urlauber in Pisa den Turm stützen oder den Eiffelturm auf der Hand tragen. Also gesagt getan. Ich habe mich auf den Tisch gelegt und Michaela sich wie ein Käfer in Rückenlage davor. Hände ausgestreckt, Po angespannt und FOTO!!! Leider nicht ganz so schön. Michaelas Füße mussten noch weiter runter. Ohje, mein altes (aber trotzdem attraktives ;) ) Tantchen. Irgendwie hat es dann tatsächlich geklappt. Micha hatte ihre Po- und Bauchmuskelübungen für die nächsten 8 Wochen absolviert und wir hatten das Foto fast 1 zu 1 nachgestellt und somit auch ein Stück Kindheit. Das hebt echt die Laune und macht tierisch Spaß! 



Also mein Rat an euch: Macht das auch! Lasst das Kind in euch raus. Es tut so gut! Egal wie. Stellt Fotos nach, schaut euch alte Filme aus eurer Kindheit an. Hört eure Lieblingsmusik von damals (auch wenn es wie bei mir Blümchen oder die Kelly Family ist) und tanzt dazu wild durch die Bude. Sein inneres Kind verliert man nie. Nur leider hat es manchmal viel zu wenig Ausgang ;)



Mittwoch, 3. April 2013

Köln - So lebendig und doch so ruhig

Als ich dann am Montag meine Cousine zum Bahnhof gebracht hatte, dachte ich mir, gehe ich doch mal in den Dom und zünde ein Kerzchen an. Das kann nicht schaden und ich war mal wieder im Dom nach langer Zeit. Gesagt, getan. Ich also zum Dom gestiefelt, bemerkte ich schnell, dass gerade Einlass zur Messe war. Also habe ich das volle Programm durchgezogen mit Dom, Messe, Kommunion, beten und Kerzchen anzünden. Draußen war wunderschönes Wetter und deshalb schien die Sonne herrlich durch die bunten Domfenster. Das hatte etwas ganz Besonderes und fesselte mich minutenlang. Ich saß einfach im Dom und habe die Fenster betrachtet. Dabei habe ich ein Foto geschossen, auf das ich wirklich stolz bin wenn ich ehrlich bin ;)


Meine Laune war wunderbar und so beschloss ich noch etwas spazieren zu gehen bei diesem schönen Wetter. Auf der Domplatte tummelten sich tausende Menschen. Die Stadt war so voll, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt hatte. Vorbei am Dom, sah ich zum ersten Mal den Brunnen und die Tafel zum Roncalliplatz. Bisher war ich immer der festen Überzeugung, der Roncalliplatz wurde nach dem Zirkus Roncalli benannt. So kann man sich täuschen. Da wohne ich schon mehr als 2 Jahre in Köln und habe nie diese Gedenktafel für Papst Johannes XXIII entdeckt. Mit bürgerlichem Namen hieß er Angelo Giuseppe Roncalli und daher hat auch der Roncalliplatz seinen Namen. Die Geschichte von Roncalli erinnert mich sehr an den aktuellen Papst Franziuskus. Ein sehr menschennaher und bescheidener Papst. 



Weiter ging ich in Richtung Hohenzollernbrücke. Normalerweise gehe ich ja immer die große Runde über die Hohenzollernbrücke, am Deutzer Ufer entlang, über die Deutzer Brücke und durch die Altstadt zurück zum Dom. Aber die Brücke war mir zu voll. Also machte ich einfach ein Foto mit dem Dom und ging zurück direkt über die Philharmonie in die Altstadt. 


Komischer Weise war es dort nicht so voll und ich konnte ohne Probleme in Ruhe die alten Häuschen betrachten. Diese kleinen Häuser haben wirklich ihren Charme. Vermutlich sind die gerademal so groß wie meine gesamte Wohnung jetzt aber ich mag sie. In einer Gasse entdeckte ich dann das: 


Der Kölner Treff von Jürgen Milski. Dann weiß ich ja jetzt wo ich nicht hingehe, wenn ich in Ruhe ein Kölsch trinken möchte ;)
Ein Stolpern weiter befindet sich das Rote Funken Plätzchen. Leider ist das mittlerweile sehr kaputt. Das ist jetzt zwar nur eine Vermutung, aber ich denke dass einfach zu viele Touris und Feiernde an die Wand gepinkelt haben und somit das hübsche Bild zerstört wurde :( Sehr sehr schade! 


Dann ging ich aber zu einem Denkmal, das niemals zerstört wird - Willy Millowitsch. Mittlerweile finde ich es im Schlaf. Das Denkmal steht auf dem Eisenmarkt direkt vor dem Hänneschen Theater. Eine kleine Gasse vom Heumarkt führt direkt zu diesem Platz, der doch sehr versteckt liegt. Und deshalb ist es dort auch immer sehr ruhig. Wenn ich in der Stadt bin und einfach nur durchatmen möchte und Ruhe will, dann gehe ich dorthin. Der große bronzene Mann hat eine Anziehungskraft, die man so nicht beschreiben kann. Geht dahin und setzt euch neben ihn. Dann werdet ihr selbst merken was ich meine.



Und wie ich da so saß, kam ein Stadtführer mit zwei älteren Personen an und erzählte einiges über Willy. Erzählte von Kommissar Klefisch und sang "Schnaps! Das war sein letztes Wort". Berichtete von der Beerdigung, bei der Willy Millowitsch mit einem letzten Applaus vom Dom zum Friedhof gebracht wurde. Ohja! Daran kann ich mich noch erinnern. Ich war damals selbst am Dom und habe den Konvoi gesehen. Und ich habe damals noch nicht verstanden, warum plötzlich alle geklatscht haben als der Sarg an uns vorbei
fuhr. Warum steht da eine Horde Fußballfans mit Trikot? Das sollte doch eine Beerdigung sein?! Damals war ich 8 Jahre alt und konnte noch nicht wirklich mitfühlen was da abging. Jetzt ist das umso verständlicher und viel emotionaler.

Nach einer Runde über den Heumarkt, beschloss ich mich auf den Weg zum Melatenfriedhof zu machen. Ich war da noch nie und hatte es eh vor mir diesen Friedhof einmal anzusehen. Für Nicht-Kölner oder Menschen die Köln nicht kennen scheint das jetzt befremdlich zu klingen, zu einem Friedhof zu fahren um einfach mal zu gucken und um zu spazieren. Melaten ist der größte Friedhof Kölns und hier liegen sehr viele berühmte Persönlichkeiten (auch Willy Millowitsch, Jupp Schmitz, Willi Ostermann, ... ). Aber das ist nicht der einzige Grund, warum man dorthin gehen sollte. Ich stieg aus der Bahn und ging an der stark befahrenen Aachener Straße direkt zum Eingang. Und dann? Ruhe! Soviel Ruhe mitten in Köln. Sofort hatte ich einen Ohrwurm: 


Dieses Lied sagt wirklich das aus, was man über Melaten sagen kann. Kaum ist man auf diesem Friedhof, sieht man beeindruckende Grabmäler. Warum man soviel Platz braucht als letzte Station seines Lebens und warum man so riesige Grabmäler benötigt ist mir nicht begreiflich.



Und auch der besungene Zettel ist leider zu finden. Kein Nutzungsrecht mehr. Aber trotzdem ist der oder die Tote nicht vergessen. 


Nachdem ich geschlagene 3 Stunden auf dem Friedhof umhergelaufen bin und einfach nur total beeindruckt geschaut habe, kam ich durch Zufall an einem Grab vorbei, das schon von Weitem glitzerte.


Das Grab von Dirk Bach. Ich wusste nicht, dass er auch dort begraben wurde und daher war ich schon überrascht. Und ich war auch zugleich enttäuscht. Ein verwaschener alter Holzklotz mit seinem Namen und den Daten auf einer Kunstrasenfläche. Irgendwie nicht schön :( Aber zum Glück haben einige Fans allerhand buntes Zeugs am Grab verteilt. Weihnachtsbäume mit Glasgurken, Schneekugeln, Glitzersteine, Blumen und viele Kerzen. Und als ich so vor dem Grab stand wurde mir schon anders. So jung gestorben! Das gibt einem zu denken. Ich hatte das Glück ihn noch bei  Kein Pardon in Düsseldorf sehen zu können. Seine letzte große Theaterrolle  Den kleinen König hat er ja leider nicht mehr aufführen können. Puh! Das ist heftig. Spontan hatte ich das Bedürfnis auch eine Kerze aufzustellen. Zum Glück gibt es auf Melaten einen Kerzenautomat der Grablichter mit Streichhölzern ausspuckt. Diese 1,50€ waren es mir wert! 

Ich habe so lange auf dem Friedhof verbracht und trotzdem noch nicht alles gesehen. Da muss ich nochmal hin. Unbedingt. 

So viele Fassetten von Köln an einem Tag - wunderschöne Stadt :)